Airborne Ranger

MicroProse, dieser Name steht neben ausgezeichneten und qualitativ hochwertigen Computerspielen, vor allem für die Designer-Legende Sid Meier. Doch auch ohne den Grand Senior der Softwarebranche bewies man oft genug, Top-Spiele produzieren zu können. Airborne Ranger ist eben ein solches Spiel und erschien 1987, im selben Jahr wie Meiers Pirates!

Wer die einschlägigen Dolf Lundgren oder auch Steven Seagal Billigst-Actionfilme kennt, dürfte auch wissen, was ein Airborne Ranger ist. Eine bis an die Zähne bewaffnete Kampfmaschine, die mit dem Fallschirm bevorzugt hinter den feindlichen Linien abspringt und im Alleingang ganze Armeen vernichtet. Airborne Ranger bietet dennoch weit mehr, als ein altbackenes laufen-ballern-laufen-Prinzip.
Das Hauptmenü stellt sie vor die Wahl, einen schnellen Trainingseinsatz zu absolvieren oder gleich mit dem Kampagnen-Modus eine militärische Laufbahn einzuschlagen. Die Kampagne wird zwar nicht durch einen roten Faden zusammen gehalten, unterhält dafür aber mit 12 unterschiedlichen Missionstypen, die reichlich Abwechslung versprechen. Doch bevor sie sich ins Schlachtengetümmel werfen, gilt es in Hinblick auf das Missionsziel eine vernünftige Planung zu machen. Jede Mission beginnt nämlich damit, das sie über dem Zielgebiet drei Nachschubcontainer abwerfen dürfen, deren Inhalt legen sie zu Beginn selbst fest und das sollte auch gut überlegt sein. Erwarten sie ein erhöhtes Bunker aufkommen, kann die eine oder andere zusätzliche Panzerfaust nich schaden, winkt ein Infanteriegemetzel ist natürlich ein großer Munitionsvorrat pflicht und falls sie ein etwas ungeschickter Soldat sind, steht es ihnen frei voll und ganz auf Medi-Packs zu setzen. Sobald alle Sachen gepackt sind, geht es ab in den Flieger und in Richtung Sonne ähm… Kriegsgebiet.
Sie überfliegen einmal das Schlachtfeld, dürfen das Flugzeug steuern und müssen dabei strategisch kluge Abwurfstellen für ihren Nachschub wählen. Zu guter letzt springen sie selber ab. Wählen sie ihren Einstiegspunkt aber mit bedacht, eine Landung im Minenfeld fällt ebenso in die Kategorie “tödlicher Anfängerfehler”, wie die Niederkunft direkt vor einem feindlichen Bunker.
Die eigentliche Spieldarstellung zeigt sich in einer übersichtlichen Iso-Optik. Ihr Primärziel befindet sich stehts am oberen Kartenrand, jetzt wird deutlich das Airborne Ranger kein reinrassiges Actionspiel ist, versuchen sie nämlich in Rambomanier einfach mal so gen Norden zu stapfen, sehen sie sich dem plötzlichen Spielertod schneller gegenüber, als sie Handgranatensicherungsbolzen sagen können. Ein vorsichtiges Vorgehen, das Ausnutzen von Deckungsmöglichkeiten wie Schützengräben oder Mauern ist überlebensnotwendig. Der direkte Weg ist selten der Sicherste und ein Umweg oft die klügere Alternative, dabei können sie jederzeit auf einen Blick auf die Map werfen, hier sind auch alle wichtigen Objekte gekennzeichnet, so das die Orientierung nicht unnötig kompliziert wird. So schleichen, robben, schießen und zerstören sie sich in Richtung Missionsziel, immer hoffend nicht in einen Hinterhalt zu geraten oder auf eine Mine zu treten. Nach einer erfolgreichen Erfüllung des Auftrags heißt es nur noch unverletzt den Hubschrauberlandeplatz zu erreichen und sich über die Beförderung und den steigenden Punktestand zu freuen. Bis man alle Missionen erfüllt hat, dürfte einige Zeit vergehen, der Schwierigkeitsgrad ist dabei nie unfair, aber doch angenehm fordernd und im starken Maße vom Vorgehen des Spielers abhängig. Erfreulicherweise lässt sich ihr Alter Ego sehr exakt steuern, so das Frustmomente alá “Ups, falscher Knopf” ausbleiben.
Technisch gibt´s kaum etwas zu meckern, nicht vergessen Erscheinungsjahr ist 1987 (C64) bzw. 1988/89 (DOS/Amiga). Ok, der In-Game Sound ist etwas fad und die PC-Version nervt zusätzlich mit Krawall-Speaker-Sound, dafür ist der Soundtrack vor allem auf dem Amiga mehr als hörenswert. Airborne Ranger ist ein sehr unterhaltsames Spiel und grenzt sich deutlich von hirnlosen Actionspielen, wie sie zu der Zeit massenweise üblich waren, ab. Es ist halt eine Qualitätsmarke aus dem Hause MicroProse!

Fazit: Gelunge Mischung aus Action und Strategie – Klassiker!

 

Entwickler Scott Spanburg, Iris Leigh Idokogi
Firma MicroProse Software
Release 1987-1989
Plattform(en) C64, ZX Spectrum, Amstrad CPC, Amiga, Atari ST, PC
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