Blue Max: Aces of the Great War

  1. Erscheinungsjahr

1990

 

  1. Hersteller

Artech D.E.

 

  1. Sprache / System

englisch / Amiga

 

  1. Genre

FlugSim

 

  1. Allgemeines

Vielleicht kennen einige von euch den Film „ Der blaue Max“ von 1965, er spielt im I.Weltkrieg und behandelt in erster Linie den erbitterten Luftkrieg. Lt. Stachel, gespielt von George Peppard (Ja, genau der vom A-Team), ist ein ehrgeiziger Pilot, der um jeden Preis den höchsten Orden im dt. Reich, den Blauen Max, bekommen möchte. Dabei stört es ihn auch nicht, sich mit fremden Federn zu schmücken, so lässt er zwei Abschüsse seines gefallenen Rivalen für sich verbuchen. Die Thematik um Offiziersehre und vor allem die gut inszenierten Luftkämpfe machen diesen Film sehenswert, auch wenn die obligatorische Romanze im Film etwas kitschig und unpassend wirkt! Das Spiel hat leider nur den Titel mit dem Film gemein, Charakter oder gar eine Story sucht man vergebens. Auch der C 64 wurde mit einem „Blauen Max“ beglückt, allerdings hat diese Version nicht einmal die Bezeichnung Flugsim verdient.

 

  1. Das Spiel

Mit einer Szene aus dem Film als Intro bringt einem das Spiel schon mal richtig in Dogfight-Stimmung. Das Hauptmenü kommt aber wesentlich weniger stimmungsvoll daher, in verschachtelten Menüs stellt man diverse Parameter für das Spiel ein, u.a. Name des Piloten, bevorzugte Steuerung und das Wetter für die Mission. Jetzt noch das fliegende Material festlegen und es kann losgehen. Bei den Flugzeugen stehen einem von der britischen S.E. 5E bis hin zum legendären roten Dreidecker, eine Fokker DR.I, des Rittmeisters verschiedene fliegende Kisten zur Verfügung. Ob man die Kampagne oder eine Instant-Flight wählt ist eigentlich egal, da es keinen richtigen roten Faden gibt, der die Kampagne zusammenhält. Lediglich eine kurze Textmeldung informiert einen über die Missionsziele, Karten oder Infos über den Gegner sucht man vergebens. Das Fliegen an sich geht recht leicht von der Hand, doch der Realitätsgrad wurde etwas zu genau genommen. So fängt ihr Motor an zu stottern, sobald sie die Nase auch nur einen Grad zu viel hochziehen. Ein Absturz ist dann so gut wie unvermeidlich. Das nervt gewaltig, da anspruchsvolle Manöver überhaupt nicht möglich sind. Die feindlichen Piloten scheinen es gut mit dem Spieler zu meinen, da sie offenbar erst schießen, wenn sie die Augenfarbe des Flugzeugführers erkennen. Bis dahin hat man sie aber schon lange vom Himmel geholt. Eine Besonderheit kann „Blue Max“ aber noch aufweisen, der Zwei-Spieler Modus. Dafür wird der Bildschirm geteilt, ähnlich wie in bekannten Autorennen, und eine kleine Karte gibt Auskunft über den jeweiligen Standpunkt des Mitspielers. Ein interessanter Modus, leider nur mäßig umgesetzt, da mitunter einige Minuten vergehen bis sie sich auch nur sehen.

Bedenkt man das im gleichen Jahr „Wings“ von Cinemaware erschienen ist, so fällt auch das Urteil über Grafik und Sound nur mäßig aus. Schaut man sich die 3D-Modelle der Flugzeuge im Kampf mal genauer an, wirken sie irgendwie gestaucht, da die Proportionen nicht stimmen.

Auch der für eine FlugSim ungewöhnliche Zwei-Spieler Modus kann den mittelmäßigen Gesamteindruck nicht mehr verbessern, wer unbedingt mit Oldtimer-Flugzeugen fliegen will kann ja mal Probespielen, aber es fehlt einfach an Langzeitmotivation.

Einige Zeit nach der Amiga-Version, erschien eine überarbeitete PC-Version, die einen besseren Eindruck machte (vor allem graphisch). Also diese Review bezieht sich ausschließlich auf die Amiga-Version!

 

Fazit: Erweckt durch seinen Namen große Erwartungen, enttäuscht aber in zu vielen Punkten!

 

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