Car & Driver

  1. Erscheinungsjahr

1992

 

  1. Hersteller

Looking Glass

 

  1. Sprache / System

englisch / PC

 

  1. Genre

Rennspiel

 

  1. Kurzinfo

Das US-amerikanische Entwicklerstudio Looking Glass hatte vor allem Mitte der Neunziger Jahre seine Blütezeit, Spiele wie Flight Unlimited, System Shock und Dark Project glänzten nicht zu letzt durch ihre hohe technische Brillianz und spielerischen Tiefgang, welcher nicht zu letzt auf den damals noch unbekannten Warren Spector zurück zu führen ist. Leider wurden die jeweiligen Verkaufszahlen der hohen Qualität der Produkte nie ganz gerecht und spätestens mit dem Weggang von Spector (zu Ion Storm) schien das Schicksal von LG besiegelt, man konnte sich mit verschiedenen Co-Produktionen noch bis ins Jahr 2000 retten, letztendlich aber machte Eigentümer Eidos die Tore bei LG endgültig dicht.

Autofanatiker kennen Car & Driver wahrscheinlich eher als amerikanischen Auto-Magazin und so kommt das Spiel als pseudo-digitale Ausgabe eben jenes Mags daher, das macht die Sache zwar nicht spielbarer, ist aber durchaus ein netter Einfall…

 

  1. Spielbeschreibung

Der erste Eindruck von Car & Driver ist sehr vielversprechend und der Titelscreen weckt mit dem Untertitel „The Ultimate Fantasy Driving Game“ hohe Erwartungen. Was mag da auf dem Spieler zu kommen? Zunächst ist es erst mal ein überladenes und unübersichtliches Hauptmenü. Sobald man sich hier etwas zu recht gefunden hat, kann man unter 10 verschiedenen Luxus-Boliden wählen, die allesamt mit einem Detailreichtum beschrieben und vorgestellt werden, wie er überflüssiger nicht sein könnte, oder interessiert es wirklich jemanden, welche Lautstärke bei laufendem Motor im Innenraum herrscht? Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Rennstreckenauswahl, anstatt dem Spieler den genauen Streckenverlauf zu beschreiben, beschränkt sich die Streckeninfo auf eine Art Sightseeing Tour über mehrere Seiten hinweg. Bedauerlicherweise gibt es keine verschiedenen Rennmodi, weder Meisterschaft noch Einzelrennen, entweder sie fahren oder sie fahren nicht. Das wäre ja alles zu verschmerzen, wenn das eigentliche „Rennen“ spannend und abwechslungsreich ablaufen würde, doch irgendwie mag kein rechter Spielspaß aufkommen. Ok, die Strecken sind teilweise einfallsreich und mit lustigen Nebensächlichkeiten verziert. Die Grafik-Engine flimmert auch in ansprechender Geschwindigkeit über den Bildschirm, selbst die verschiedenen Musikstücke machen einen guten Eindruck. Das für ein Rennspiel nicht grad unwesentlich Fahrgefühl ist aber gelinde gesagt unter aller Kanone. Völlig egal welchen Wagen sie steuern, man wird das Gefühl nicht los, einen 500 PS Tischtennisball zu fahren, kollidieren sie z.B. mit einer Bande prallen sie unkontrolliert davon ab und können ein paar Sekunden warten, bis sich ihr Auto wieder beruhigt hat. Lustig wird´s auch, wenn man kurz die Strecke verlässt, eine kleine Erhebung reicht aus um der Schwerkraft zu trotzen und ein halben Dutzend Überschläge zu bewundern. Manche Strecken erschweren das Autofahrerdasein noch mit Gegenverkehr, würde die Steuerung nicht so missraten sein, könnte man diesem eventuell sogar ausweichen. Glücklicherweise sucht sich die Kollisionsabfrage aus, wann sie funktioniert und wann nicht.

Bei C&D fehlt einfach zu viel und man bekommt den Eindruck ein nicht fertiges Spiel vor sich zu haben. Bedenkt man die Qualität des zwei Jahre älteren Stunts, gibt es keinen Grund C&D in irgendeiner Weise zu empfehlen.

Und so scheint auch der vielversprechende Untertitel einen Sinn zu ergeben, denn Fantasie braucht man wirklich, um C&D die vielen Design-Fehler zu verzeihen! LG hat in den folgenden Jahren gezeigt, das man zu mehr in der Lage ist und Car & Driver bleibt der einzige dunkle Fleck auf der ansonsten weißen Weste der Spieleschmiede!

 

Fazit: Wir tun einfach so, als ob es dieses Spiel nie gegeben hätte…

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