Das schwarze Auge (3): Schatten über Riva

  1. Erscheinungsjahr

1996

 

  1. Hersteller

Attic

 

  1. Sprache / System

deutsch / PC

 

  1. Genre

Rollenspiel

 

  1. Kurzinfo

Das Schwarze Auge hat sich mit seinen ersten beiden Teilen, Die Schicksalsklinge und Sternenschweif, einen ganz besonderen Ruf unter RPGlern verschafft.  Dafür ist in erster Linie die unheimlich dichte Atmosphäre, die Detailverliebtheit der Spielwelt und die fast identische Umsetzung des Regelwerkes der Pen & Paper Vorlage.

Der letzte Teil der Nordlandtrilogie, Schatten über Riva, steht seinen Vorgängern in nichts nach, wieder wird eine wahrhaft epische Story erzählt, wieder ist die Identifikation mit den Spielcharakteren enorm hoch und wieder ist Spielspaß ohne Ende angesagt.

Obwohl das aventurische Reich noch unzählige Geschichten für neue RPGs bieten würde, ist DSA – Schatten über Riva das letzte Spiel mit dieser Lizenz. Wahrscheinlich haben sich in Hinblick auf den Weltmarkt die „Forgotten Realms“ mit D&D und AD&D als verkaufsichere Titel erwiesen. Eine Entwicklung, die dem deutschen Rollenspieler wohl weniger gefällt, auch mir persönlich liegt Aventurien mehr, als die vergessenen Reiche!

 

  1. Spielbeschreibung

Es sind wieder die Orks, die ihren Recken einiges an Arbeit verschaffen, doch diesmal ist es mit einem simplen „Wir suchen schnell das olle Messer…“ nicht getan. Die große Hafenstadt Riva ist Hauptschauplatz im dritten Teil der Nordland-Saga. Eigentlich ist Riva ein ganz beschauliches Städtchen, doch in letzter Zeit passieren merkwürdige Dinge. Piratenangriffe häufen sich, es wird von einer alten Zwergenbinge gemunkelt, in der unheimliche Dinge vor sich gehen, und obendrein scheinen die Orks ihr Nomadendasein aufgegeben zu haben und planen nun ungewöhnlich gezielt einen Angriff auf Riva. Außerdem herrscht in Riva ein bis dahin nicht gekannter Rassismus, dessen Opfer die Holberker sind und da wäre noch die Unterwelt der Stadt, hier soll sich angeblich ein monströses Ungeheuer breit gemacht haben…

Es gibt also genug für ihre Abenteurer zu tun. Eben diese können sie wie gewohnt entweder bis in das kleinste Detail selber erschaffen, dem Computer die wichtigsten Entscheidungen übertragen (nicht zu empfehlen) oder sie übernehmen ihre altgedienten und vertrauten Helden aus den ersten beiden Teilen, das ist natürlich die interessanteste Möglichkeit, da sie so eine Party haben, die schon ziemlich weit spezialisiert ist und über Fähigkeiten verfügt, die neu erschaffene Helden erst nach einigen Stufenaufstiegen verfügen.

Wenn sie sich daran gewöhnt haben ihre Helden so gut wie möglich mit Reisegepäck auszustatten, so fällt dies nun leider weg. Zwar können sie immer noch Schlafsäcke, Decken und Essgeschirr kaufen, richtig nötig ist dies aber nicht. Reisen und Streifzüge durch die Wildnis sind nämlich nicht mehr möglich, Alle wichtigen Schauplätze sind in direkter Nähe zu Riva, das nimmt zwar ziemlich viel von der Atmosphäre, ist aber wohl ein Zugeständnis an Neulinge und Genreunerfahrene. Auch die Story ist, trotz der vielen Subquests, wesentlich linearer und Sackgassen, die ein erfolgreiches Beenden des Spieles unmöglich machen, sind ebenfalls kaum noch vorhanden.

Abgesehen von diesen Abstrichen macht DSA- Schatten über Riva alles genauso gut, teils besser, wie seine Vorgänger. So hat man noch mal kräftig an der 3D-Engine gearbeitet, die nun wesentlich detailverliebter ist und sogar Schrägen und Gefälle darstellt. Personen oder Monster werden aber immer noch durch eine Ereignismeldung präsentiert, das hätte man durchaus auch anders lösen können! Wieder mal Extraklasse ist die Musikuntermalung, die auch als Audiotrack auf CD vorliegt, und die Soundeffekte!

Schatten über Riva ist ein würdiger Abschluss der Trilogie, vor allem die Geschichte um Verrat, Verschwörungen und mächtige Magier kann begeistern, Fans der ersten Teile werden aber die Handlungsfreiheit vermissen und den im Vergleich relativ niedrigen Schwierigkeitsgrad bemängeln.


Fazit: Ein schöner Abschiedsgruß aus Aventurien…

 

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