Das Schwarze Auge (2): Sternenschweif

  1. Erscheinungsjahr

1994

 

  1. Hersteller

Attic

 

  1. Sprache / System

deutsch / Amiga, PC

 

  1. Genre

Rollenspiel

 

  1. Kurzinfo

Fortsetzungen haftet oft der Ruf von Innovationsarmut und Einfallslosigkeit an, meistens auch zu Recht. Der zweite Teil der Nordlandtrilogie ist hier aber die erfreuliche Ausnahme. Attic entwickelte das Spielprinzip konsequent weiter, strich Elemente die von den Fans kritisiert wurden und baute viele neue Ideen ein. Zum Beispiel wird das Abspeichern nicht mehr mit Abzug von Erfahrungspunkten bestraft und bei einer Rast braucht man nicht immer von neuen jemanden zum Jagen, Kräutersammeln und Wache halten einteilen. Neben solchen Kleinigkeiten hat man auch das Kampfsystem verbessert, endlich ist es möglich diagonale Angriffe zu führen, was Fernkämpfern und magisch begabten Helden zu Gute kommt.

An der genialen Spielbarkeit und der dichten Atmosphäre hat sich aber nichts geändert, hier knüpft „Sternenschweif“ nahtlos am Vorgänger „Schicksalsklinge“ an und wird für viele Spieler zum Höhepunkt der Aventurien-Saga.

 

  1. Spielbeschreibung

Am Anfang eines jeden Abenteuer steht die „Geburt“ von sechs Helden, mit dem der Spieler durch Aventurien ziehen kann. DSA-üblich geht die Charaktergenerierung sehr kompliziert voran, d.h. ohne genaue Regelkenntnis oder Erfahrung wird kaum das gewünschte Ergebnis geliefert. Allerdings steht für Anfänger ein Modus zur Verfügung, der dem Spieler einiges abnimmt. So werden Heldenklassen automatisch bestimmt und Talentwerte vom Computer verteilt.

Sicherlich ein bequemer Einstieg für Neulinge, die auf die Feinheiten des Talentsystems (zunächst) verzichten können. Veteranen die bereits Thorwal vor dem Orkensturm beschützt haben, können ihre gesamte Party importieren und damit auch ihre Ausrüstung.

Sobald sie ihre Mannen zusammengestellt und den Tempel verlassen haben, werden sie auch schon in Story eingeführt. Eine Elfe tritt an sie heran und erzählt eine Geschichte von Zwergen und Elfen, einen ominösen Salamanderstein und einer bösen Bedrohung, die nur durch eben diesen Salamanderstein abgewendet werden kann. Sie haben kaum Zeit diese Begegnung zu verarbeiten, da tritt aus dem Halbdunkeln eine fragwürdige Gestalt an sie heran und bietet ihnen für den Salamanderstein sagenhafte 1000 Dukaten. Sie sollten sich nun erst mal eine Herberge suchen, um in Ruhe nachdenken zu können, das weiß aber ein findiger Phexgeweihter zu verhindern, entgegen seiner Gewohnheit schleicht er nicht in euer Zimmer um Sachen zu „leihen“, sondern bietet euch ebenfalls einen Auftrag an. Sternenschweif, eine sagenhafte Axt, ist aus einem Phextempel gestohlen worden und nun raten sie mal wem die Aufgabe obliegt, dieses Stück Eisen wiederzufinden!

Die Story ist am Anfang noch ziemlich wirr und bietet im Laufe des Spieles zahlreiche überraschende Wendungen und führt sie an geheimnisvolle Orte, wie eine alte Zwergenbinge oder die Sümpfe des Vergessens. Sie werden mit rassistischen Dörflern, zivilisierten Echsenmenschen und sogar einem waschechten Höhlendrachen konfrontiert.

Wie im ersten Teil können sie ungehindert durch die Wälder und Wiesen von Aventurien reisen, ihre Helden vernünftig ausrüsten und auch auf Schatzsuche gehen. Dabei wachsen ihnen ihre Recken ziemlich bald so richtig an´s Herz und wenn mal einer an Schlachtenfieber oder Dumpfschädel erkrankt ist, kommt der „Mutterinstinkt“ in ihnen durch. Zu dieser dichten Atmosphäre tragen auch die vielen Kleinigkeiten bei, so sind zum Beispiel die Möglichkeiten ihren Geldbeutel aufzubessern enorm, Musiker halten in einer Taverne ein Ständchen, Artisten können mit einer Tanzeinlage punkten und begabte Diebe üben sich im Taschendiebstahl, am erträglichsten ist aber immer noch die gesammelten Kräuter zu verkaufen.

Neben den ganzen Detailverbesserungen hat Attic am offensichtlichsten an der Grafik-Engine gefeilt. Erstmals wird eine richtige 3D-Ansicht verwendet, die stufenlose Bewegung in Städten und Dungeons erlaubt, leider ist die dargestellte 3D-Welt völlig menschenleer, d.h. Begegnungen und Ereignisse werden per Textmeldung eingeblendet, das stört aber auch nicht weiter. Reisen finden wie gewohnt auf einer 2D-Landkarte statt, wobei dem Spieler eine komfortable Routenplanung ermöglicht wird. Eine Klasse für sich ist die Automap, war sie im ersten Teil nur wenig aussagekräftig, so ist nun fast jedes Detail verzeichnet und es lassen sich bequem Textvermerke erstellen.

Der stimmungsvolle Soundtrack und die passende Geräuschkulisse runden das nahezu perfekte Rollenspiel ab.

Die Gesamtspieldauer ist zwar nicht ganz so heftig wie im Vorgänger, dürfte aber für den Gelegenheitsspieler wohl doch einige Wochen an Spielspaß bedeuten. Nicht zu vergessen ist der enorme Wiederspielwert, den nur wenige Spiele erreicht haben.

 

Fazit: Mehr Rollenspiel geht einfach nicht! Super Spiel!

dsa2

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