Desert Strike

  1. Erscheinungsjahr

1993

 

  1. Hersteller

Electronic Arts

 

  1. Sprache / System

englisch / Amiga, PC

 

  1. Genre

Action

 

  1. Kurzinfo

Ja, es gab auch mal Zeiten in den Electronic Arts seine Spiele selbst programmiert hat und sich nicht durch den Aufkauf von kleineren Entwicklerstudios profilieren musste. Aus eben jener Zeit stammt Desert Strike. Titel und Thematik des Spieles kommen nicht von ungefähr, sondern finden ihren Ursprung in der  Militäroperation Desert Storm von 1991. Kleiner historischer Exkurs: 1990 überfiel der irakische Diktator Saddam Hussein das kleine, aber durch seine Ölreserven überaus reiche, Nachbarland Kuwait. Die stellte im Sinne des Völkerrechts eine nicht tolerierbare Handlung dar und rief die USA auf den Plan, unter deren Führung anschließend eine internationale Allianz gebildet wurde, die mit UN-Mandat den 2. Golfkrieg führte und schließlich auch gewann. Im allgemeinen ist dieser Krieg als Operation Desert Storm bekannt.

EA übernahm das Szenario nahezu 1:1, lediglich Bezeichnungen von Personen und Ländern wurde modifiziert, und bastelte ein sehr gutes Action Spiel drum herum, das zu Recht ein richtiger Hit wurde und mit Jungle Strike und Nuclear Strike zwei wesentlich bescheidenere Fortsetzungen feiern konnte. Glaubt man aktuellen Presseberichten, so ist gar ein direktes Sequel zum Original in Planung.

 

  1. Spielbeschreibung

Das stimmungsvolle Intro erzählt in kurzen Animationssequenzen die Rahmenhandlung. Erzbösewicht General Kilbaba zettelt einfach so einen Krieg an und gibt sich nicht unbedingt als Menschenfreund. Das Schicksal der Welt liegt nun in den Händen der USA, genauer gesagt in ihren Händen. Sie sind es nämlich dem die Ehre zu Teil wird, nahezu im Alleingang diesen Krieg zu gewinnen, dabei können sie auf die Hilfe ihres millionenteuren und waffenstrotzenden Kampfhubschrauber vom Typ Apache vertrauen.

Im Hauptmenü passen sie das Spiel erst mal ihren Wünschen an, allerdings beschränkt sich das auf Sound/Sequenzen an oder aus. Die Auswahl ihres Copiloten hat nur unwesentlichen Einfluss auf den Spielverlauf und kann getrost vernachlässigt werden. Mit einem Klick auf die Kampagne beginnt das eigentliche Spiel. Jeder Mission geht ein taktisches Briefing voran, in dem primäre und sekundäre Missionsziele erklärt werden, auch hierfür hat man als Stilmittel kurze Filmchen gewählt, dafür gibt´s ein dickes Atmosphäreplus.

Zu Beginn jeder Mission starten sie von einer Fregatte, welche an der Küste des Krisengebiets vor Anker liegt. Auf dem Weg zum Strand haben sie Gelegenheit sich mit der sehr eingehenden Steuerung des Hubschraubers vertraut zu machen, hier sollte es aber keine Probleme geben, da sich der Heli sowohl mit Tastatur als auch mit einem Joystick extrem geschmeidig navigieren lässt. Die feste isometrische Darstellung der 2D-Landschaft ermöglicht ebenfalls eine sehr gute Übersicht, so das sie nur selten ungewollt mit Gebäuden oder ähnlichen Sachen kollidieren.

Bevor sie nun kreuz und quer über die Karte fliegen, werfen sie einen Blick auf den strategische Bildschirm, der Unmengen an Informationen für den jungen Kampfpiloten bereit hält, u.a. gibt’s hier eine animierte Map, Infos über feindliche Fahrzeuge/Gebäude, als auch die Auflistung der Missionsziele mit Statusanzeige. Außerdem erhalten sie hier auch Auskunft über den Zustand ihres getunten Hubi.

Die eigentlichen Kampfhandlungen machen natürlich den Großteil des Spielspaßes aus, egal ob sie nun mit dem MG kleine Infanteristen umnieten oder mit ihren Hellfires ganze Kraftwerke einäschern, Gelegenheit zum Ballern finden sie immer, aber Vorsicht, nicht alles was laufen kann, ist auch ein potentielles Ziel, so finden sie, über die gesamte Karte verstreut, Soldaten aus den eigenen Reihen, die mit einem herzergreifenden „Help“ auf sich aufmerksam machen, fliegen sie nah genug ran, lässt ihr Co-Pi eine Leiter hinunter und der Verzweifelte klettert zu ihnen hoch. Wichtiger aber als die Rettung der Soldaten ist Kenntnis über Benzindepots und Munitionslagern, denn auch ein Heli will nachgetankt werden und der Munitionsvorrat ist nicht unendlich groß. Nichts ist ärgerlicher, als nach einer erfolgreich absolvierten Mission auf dem Heimweg wehen Spritmangel liegen zu bleiben.

Anfänglich bietet DS sehr viel Abwechslung, sowohl bei Gegnervielfalt, als auch im Missionsdesign, aber mit der Zeit lassen sich alle Mission auf „Mach kaputt, was dich kaputt macht“ reduzieren, nur ab und an erhalten sie mal einen Search & Rescue-Auftrag,  aber selbst hier müssen sie sich vorher durch die Landschaft bomben. Generell gilt je weiter sie kommen, desto umfangreicher werden die Missionen und desto wahrscheinlicher ein vorzeitiges Ableben, die Passwort-Funktion reduziert den knackigen Schwierigkeitsgrad da nur wenig. Spannend bleibt das Spiel aber trotzdem, dafür ist nicht zu letzt das hohe technische Niveau verantwortlich, wobei neben der guten Grafik, vor allem die exzellente Soundausgabe Erwähnung finden sollte, die Geräuschkulisse macht einfach Lust auf´s weiterspielen, ebenso die schon erwähnten Filmsequenzen, die nach den Missionen die Story voran treiben. Leider kommt die Qualität der PC-Version nicht ganz an die der Amiga-Version heran, so das man hier Abstriche in Sachen Sound und Darstellung machen muss.

DS ist für ein Actionspiel erstaunlich umfangreich und zeigt wie wichtig das Drumherum für solche Spiele sein kann, Spielspaß ist auf jedenfalls garantiert!

 

Fazit: Klasse Spiel, trotz ernsthafter Thematik!

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