Floor 13

  1. Erscheinungsjahr

1992

 

  1. Hersteller

PSI Software Design

 

  1. Sprache / System

englisch / Amiga, PC

 

  1. Genre

Adventure/Simulation

 

  1. Kurzinfo

Wer von Floor 13 ein digitales Vorbild zu  Josef Rusnaks mittelmäßigen Sci-Fi Thriller „The 13th Floor“ erwartet, wird wohl enttäuscht sein. Mehr als den ähnlichen Titel haben die Beiden nicht gemein. Viel mehr handelt es sich bei Floor 13 um eine Art Geheimdienst-Simulation und dürfte für alle Verschwörungstheoretiker ein Grund zur Freude sein, denn alles wovor uns TV-Serien wie Akte X u.ä. schon immer gewarnt haben, können sie hier selbst erleben. Als Chef einer geheimen Regierungsorganisation müssen sie dafür sorgen, das die öffentliche Meinung immer schön für die Regierung ausschlägt, ob sie das nun durch fingierte Zeitungsartikel, Erpressung oder, ganz extrem, durch Liquidierung von Oppositionspolitikern erreichen ist völlig egal, solange die Umfrageergebnisse stimmen.

So spannend und innovativ das klingen mag, spielen tut sich Floor 13 äußerst unspektakulär, das liegt zum einen an der trockenen Präsentation und zum anderen an den immer gleichen Abläufen.

 

 

  1. Spielbeschreibung

Wenn uns eines die vielen James Bond Filme gelehrt haben, dann, dass das Leben eines Geheimagenten aufregend und abwechslungsreich ist und schöne Frauen im Abo zu haben sind. Leider hat sich PSI Software keines dieser Klischees bedient und dafür ein Spiel programmiert, welches gnadenlos ernst und ohne jeglichen Spielwitz daherkommt. Als frisch gebackener Chef einer britischen Geheimdienstabteilung „Floor 13“ hat sie der Premierminister mit der Verbesserung der Umfragen beauftragt, in der Wahl der Mittel lässt er ihnen freie Hand, lediglich die Deadline von drei Wochen gilt es zu beachten.

Nach dem sie sich einen Überblick über ihr Personal gemacht haben, finden sie sich vor ihrer Bürotür wieder. Als pflichtbewusster Chef schaut man sich natürlich zu erst die neuesten Berichte ihrer Mitarbeiter an. Das sind zufallsabhängige Ereignisse auf die es angemessen zu reagieren gilt. So zum Beispiel kann es passieren das Greenpeace das Gesundheitswesen oder die Wasserqualität kritisiert, ob nun zu recht oder unrecht spielt keine Rolle, schlechte Publicity ist es auf jeden Fall. Nun können sie ihre Beziehungen spielen lassen und einen positiven Zeitungsbericht oder eine bewusste Falschmeldung verbreiten lassen, das bringt kurzfristig ein Stimmungsaufschwung, langfristig gesehen wäre natürlich eine Infiltrierung des ganzen Vereins effektiver, aber auch personalintensiver. Richtig interessant wird es, wenn eine angesehene Persönlichkeit in Ungnade fällt. In diesem Fall haben sie ungleich mehr Möglichkeiten zu reagieren. Eine unauffällige Observation könnte ihnen belastendes Material liefern, ein kleines Verhör mit entsprechenden Werkzeugen hat auch schon Galileo Galilei beeindruckt, bevorzugen sie eine eher endgültige Lösung können sie auch einen plötzlichen Unfall der Zielperson in Auftrag geben, für Leute die mit solch subtilen Methoden nix anfangen können, gibt es immer noch den guten alten Sprengstoffanschlag, aber wundern sie sich dann nicht, wenn die Polizei solche Vorfälle untersucht. Ob ihre Entscheidungen richtig waren, sehen jeweils am nächsten Tag in Form von fallenden oder steigenden Umfragewerten, sollten sie richtigen Mist gebaut haben, geht es zum Vier-Augen Gespräch mit dem Regierungschef. So hangeln sie sich von einen Tag auf den nächsten, Berichte lesen, Befehle geben und gucken was passiert, leisten sie gute Arbeit winkt eine Aufstockung ihres Personals, bei schlechter Arbeit werden sie im günstigsten „nur“ Fall gefeuert. Und da in Britannien anscheinend aller drei Wochen gewählt wird, ist das Spiel keineswegs nach dieser Zeit zu Ende, sondern wird mit einer neuen Frist fortgesetzt.

Wie schon gesagt, mit der Zeit macht sich der Mangel an Abwechslung bemerkbar und neben der Routine schleicht sich auch noch Langeweile ein. Die trögen und farbarmen Menüs und erst recht die umständliche Tastatursteuerung fesseln den Spieler auch nicht gerade, ob die Abwesenheit irgendwelcher Soundeffekte angesichts der nervigen Titelmusik nun gut oder schlecht ist, sei mal dahingestellt.

Wollte PSI Software eine Satire auf die undurchsichtigen Handlungen der Nachrichtendienste präsentieren, hätte ein wenig mehr schwarzer Humor gutgetan, für eine seriöse Simulation des Geheimdienstgeschäftes fehlt es einfach an Entscheidungsfreiheit und Tiefgang.

Mangels alternativen Spielen mit gleicher Thematik ist Floor 13 für ein kurzes Antesten ausreichend, eine Empfehlung mag ich aber nicht aussprechen.

 

Fazit: Szenario Top, Umsetzung mangelhaft

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