Syndicate

  1. Erscheinungsjahr

1993

 

  1. Hersteller

Bullfrog

 

  1. Sprache / System

deutsch / Amiga, PC

 

  1. Genre

Strategie

 

  1. Allgemeines

Bullfrog ist schon ein Phänomen, jedes Spiel bedient ein anderes Genre und jedes Spiel wird ein Riesenerfolg. Heute scheint der Name Peter Molyneux vor allem mit dem extrem innovativen aber (leider) spielerisch mäßigen „Black & White“ verbunden zu sein, eine breite Produktpalette wie in seinen „alten Zeiten“ wird er wohl nicht mehr erreichen, zu groß ist das finanzielle Risiko, zu groß der Druck der mächtigen Publisher.

Vor einigen Jahren sah das noch anders aus, die Branche bestand nicht aus einem Einheitsstudio, sondern aus vielen kleinen, und damit kreativen, Marken, wie eben Bullfrog. Das lies Raum für „Experimente“. Syndicate war so ein „Experiment“. Es passte in kein Genre und war mit seiner Hi-Res Grafik seiner Zeit weit voraus. Der Kampf um die Weltherrschaft war zwar auch damals keine Neuerfindung des Rads, die Umsetzung aber schon. Als Echtzeit-Taktik-Strategie Spiel mit Rollenspiel- und Wirtschaftselementen würde es heute die Fachpresse bezeichnen, für die Spieler war es einfach ein „geiles“ Game. Zwar erschien mit „Syndicate Wars“ ein halbherziger Nachfolger, das war dann aber nur noch ein Spiel unter Vielen. Für ein Remake kam es zu früh raus und für einen Nachfolger hatte es zu wenig Innovation.

Da Bullfrog nur noch als Aushängeschild von EA existiert und Molyneux damit beschäftigt ist neben all der Innovation auch ein bisschen Spiel in „Black & White 2“ zu bekommen, sieht es mit einem neuen Syndicate wohl eher schlecht aus.

 

  1. Das Spiel

Das Problem mit korrupten Politikern und Regierungen wurde in der Zukunft gelöst! An ihre Stelle treten korrupte und brutale Syndikate. Diese teilen die Welt unter sich auf, doch insgeheim arbeitet jedes Syndikat daran, allein die Welt zu beherrschen. Sie werden von einer solchen Organisation angeworben, um das oben genannte Ziel voran zu treiben. Der Weg ist allerdings verdammt hart.

Haben sie im Hauptmenü Farbe und Logo ihres Vereins eingerichtet, sehen sie als erstes die Weltkarte, diese ist am Anfang nicht mehr als ein Fleckenteppich, im Laufe des Spieles konsolidieren sich die unterschiedlichsten Syndikate aber, wobei natürlich ihre Farbe dominieren sollte. Der erste Auftrag besteht darin Europa zu „befreien“ und damit ihr erstes Land zu erobern. Vor jeder Mission erhalten sie vom Geheimdienst wichtige Informationen, wie genau diese ausfallen, können sie selbst bestimmen, gegen Aufpreis versteht sich. Nehmen sie den Auftrag an. Nun kommt das Herzstück ihres Syndikates, ihre Arbeiter, auch Agenten genannt. Diese gilt es mit Waffen und Utensilien auszurüsten, das Arsenal ist aber noch recht bescheiden, wollen sie mit Mini-Gun und Flammenwerfer Frieden schaffen, so sollten sie rechtzeitig in Forschung und Entwicklung investieren, auch ihre Agenten sind verbesserungswürdig, da die Evolution verdammt langsam sein kann, müssen sie auch hier nach neuen Technologien forschen, erhalten dann aber auch bessere Beine (Ag .laufen schneller) und andere „Ersatzteile“. Mit der Zeit haben sie einen elitären Cyborg der selbst Blechbüchsen wie den Terminator recycelt. All das kostet eine Unmenge Geld, also müssen sie Länder erobern, damit sie deren Steueraufkommen für sich verbuchen können. Womit wir beim spaßigen Teil sind, dem Kampfeinsatz. Ihre bis zu vier Agenten finden sich in einer feindlichen Stadt wieder, die Steuerung ist simpel. Agent(en) auswählen, linke Maustaste gibt an wohin gelaufen wird, die rechte welches Ziel angegriffen werden soll. Je nach Auftrag gilt es alle feindlichen Agenten zu vernichten, eine bestimmte Person „entführen“ oder jemanden gezielt ausschalten. Anfangs sind die Missionen noch recht leicht, im Laufe des Spiels bekommen sie es aber mit ganzen Armeen von feindlichen Agenten zu tun, haben sie bis dahin die Forschung vernachlässigt und rennen immer noch mit der Standardpistole rum, können sie getrost das Spiel neu starten, oder alternativ eine Bank überfallen (<- versteckter Hinweis!!!).

Die Welt von Syndicate ist düster und schmutzig und die Grafik bringt das voll rüber, die Städte sind derart gut designt, dass man regelrecht ein beklemmendes Gefühl bekommt. Zur Atmosphäre tragen auch die vielen kleinen Details bei, da laufen kleine Filmchen auf Videoleinwänden, brennen Mülleimer und fahren futuristische Autos (die von ihnen übernommen werden können).  Leider verschwinden manchmal die eigenen Leute oder der Feind hinter einem Gebäude, oder die KI setzt aus, dies führt dazu das der Gegner seine Agenten wie Lemminge in ihr Sperrfeuer laufen lässt. Das trübt den Gesamteindruck aber nur bedingt.

Wer einmal „Pinky & Brain“ gesehen hat, ahnt wie schwer die Weltherrschaft zu erringen ist, schafft man es trotzdem steht dem Profi mit „American Revolt“ ein knallhartes Zusatzpaket zur Verfügung.

 

Fazit: Ein „beängstigend“ gutes Spiel!

Posted in S

Schreibe einen Kommentar