Zeppelin

  1. Erscheinungsjahr

1994

 

  1. Hersteller

Ikarion

 

  1. Sprache / System

deutsch / Amiga, PC

 

  1. Genre

Wirtschaftssimulation

 

  1. Kurzinfo

Zeppeline sind ja heute nur noch gelegentlich als kleine, bunte Werbeträger zu sehen. Dabei hatten die fliegenden Zigarren zu Beginn des 20.Jahrhunderts einen regelrechten Boom. Eben diese Epoche stellt die Rahmenhandlung in Zeppelin: Giants of the Sky dar. Nicht nur das unverbrauchte Szenario macht dieses Spiel interessant, die geschickte Einbindung historischer Ereignisse und die Vermittlung von Hintergrundinformationen geben Zeppelin sogar einen gewissen Lernfaktor. Ansonsten gibt´s aber nur spielerische Durchschnittskost und Ikarions Luftschiffspiel reiht sich in die endlose Liste deutscher WiSims ein.

 

  1. Spielbeschreibung

Sie steigen im Jahre 1901 in das Zeppelingeschäft ein, als Startkapital stehen ihnen 2 Millionen Reichsmark zur Verfügung und ein kleines, klappriges Luftschiff haben sie auch schon, allerdings lässt sich mit der maximalen Geschwindigkeit von 20 km/h und höchstens 5 Passagieren nicht wirklich viel Geld verdienen. Geld verdienen lässt sich auf unterschiedliche Weise, entweder fliegen sie von Stadt zu Stadt und etablieren einen regelmäßigen Flugverkehr, nehmen Transportaufträge an, die ihnen unregelmäßig angeboten werden oder Leben von möglichst ertragreichen Verkauf ihrer Luftschiffe. Anfangs geht das alles ziemlich zäh voran, da ihre Giganten der Lüfte nicht sonderlich weit fliegen können und regelmäßig wie Steine vom Himmel fallen. Hat man aber die anfängliche Durststrecke überwunden und einige Fluglinien aufgebaut, steigt ihr Kontostand ziemlich schnell, das ist auch bitter nötig, schließlich will ihre Flotte regelmäßig gewartet, betankt und modernisiert werden. Letzteres erreichen sie in dem sie in die Forschung investieren, das ist teuer und dauert ewig, dafür erhalten sie aber auch immer bessere und größere Zeppeline. Aufgelockert wird der Spielverlauf durch verschiedene Nebenaufträge, das können lukrative und prestigeträchtige Flugwettbewerbe sein, aber auch ein ertragreicher Regierungsauftrag winkt mit einem satten Gewinn.

Da sie nicht als stinkreicher aber einsamer Junggeselle sterben wollen, haben sie auch die Möglichkeit eine Romanze anzufangen, das bringt sie zwar nicht sonderlich weiter, ist aber durchaus unterhaltsam.

Zeppeline: Giants of the Sky geht den Weg fast aller deutschen WiSims, die ersten paar Spielstunden ist man begeistert bei der Sache, schließlich wollen immer bessere Rekorde und ertragreichere Linien erstellt werden, irgendwann stellt sich aber unweigerlich die berüchtigte Routine ein und Langeweile kommt auf und man klickt teilnahmslos von einer Woche zur nächsten. Die unspektakuläre Präsentation trägt ihre übriges dazu bei, zwar ist das Interface komfortabel zu bedienen und sehr übersichtlich, der verwendete Grafikstil passt auch prima in das historische Szenario, aber das reicht nicht aus, um den Spieler längerfristig zu motivieren, dazu kommt das der Soundtrack mehr als einschläfernd wirkt und auch der Zwei-Spieler Modus ist nicht wirklich überzeugend ist.

Für historisch interessierte Zeppelinfans ist das Spiel allemal eine Empfehlung wert, alle anderen Spieler werden wohl wegen der fehlenden Abwechslung und schlichten Darstellung schnell die Lust verlieren.

Fazit: Trotz des einfallsreichen Szenarios, kränkelt Zeppelin an den bekannten WiSims-Problemen

zeppelin

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